Ein hartes Stück Arbeit!

20×400 mit Steve und Roland am Mittwoch waren die einzige echte Trainingseinheit in der Woche nach den zachen 14km Crosslauf vom vergangenen Samstag – wenn gleich die eher zum Rollen waren und keine echte Belastung darstellten.

Freitag ging es dann mit dem Bus nach Regensburg, wo ich mich quasi als Anpassung für die kommenden zwei Trainingslagerwochen mit den Athleten der LG Telis Finanz traf und gemeinsam die Beine entlang der Donau auslockerte.

Besonderer Dank an dieser Stelle an die Leutchen des „Athletenhauses“, die mich und den ebenfalls außer Konkurrenz startenden Rico Schwarz dankenswerterweise beherbergten. 😉

Am race-day fühlten sich die Beine trotz unruhiger Nacht dann eigentlich herrlich locker an und nach weiteren Stunden LA-Klatsch und Tratsch ging es rund 90min vor dem Lauf zum „Weinweg“, der Heimstätte der LG. Jetzt bin ich echt schon mindestens fünf Mal in der Domstadt an der Donau gelaufen – aber noch nie auf der neuen Anlage direkt am Strom…

Beim Aufwärmen waren die Beine dann völlig konträr zu Vormittag und so richtig richtig schwer – na ja, es sollten ja dann eh lächerliche 25 Runden zum Lockerwerden folgen 😀

Leider kam pünktlich mit dem Aufwärmen auf ein wenig Wind auf, der dann im Laufe des Rennens immer stärker wurde und am Ende sehr stark bließ – und nein, das lag definitiv nicht an den immer schwereren Beinen, sondern an einer Laune der Natur 😉

Schon vor dem Start wurde ausgemacht, die Norm für die deutsche Meisterschaft Anfang Mai, die bei 30:40,00min steht, gemeinsam zu attackieren – für mich eigentlich ’ne perfekte Pace und so ging es zu sechst eben mit Rico sowie den vier Regensburgern Jonni Koller, Tim Randame Cherif , Felix Plinke und Alt-Meister Sebastian Hallmann im „Packel“ um Punkt 14:00 Uhr los.

Als guter Gast reihte ich mich einmal am Ende der Gruppe hinter Sebastian ein 😉

Den ersten Kilometer passierten wir in 3:03-04min – also genau im Rahmen. Die abgemachten Führungswechsel waren dann Gift für ein konstantes Laufen und die 2000m passierten wir geschlossen in 6:04min

Eingangs des dritten Kilometer tuschierte Sebastian dann den an Position vier laufenden Jonni dadurch zu Sturz – nur mit Mühe und dem ersten Hindernisschritt der Saison 2015 konnte ich selbiges gerade so umgehen!

Sebastian blickte verdutzt zum Teamkollegen, der schon im Dezember bei der Cross-EM im U23-Rennen Sturzpech hatte. Durch das Malheur verlor ich den Anschluss an die vorne mit der Tempoarbeit beschäftigten Rico, Tim und Felix.

Mit flottem Schritt versuchte ich die 10m-Lücke zu schließen, was zunächst auch gelang, aber gegen den Wind kurzfristig sehr viel Substanz kostete…

Nach 9:08min bei 3000m musste ich am vierten Kilometer ob der leicht unrhythmischen Renngestaltung dann reißen lassen. Vorne weg waren nun Rico, Sebastian und Felix – Tim riss nun ebenfalls etwas und war rund 10-12m vor mir, Jonni leider nach Aufrappeln weit zurück.

Etwa auf dem fünften Kilometer (oder vielleicht doch sechsten – wer weiß das schon bei so vielen Runden…) stieg Sebastian aus.

Ich passierte die Hälfte in etwa bei 15:24min und somit war völlig alleine laufend von nun an das Ziel, die 30er-Zeit heimzulaufen.

An der Spitze waren nun also nur noch Rico und Felix, auf Tim lief ich auf – und dann sofort vorbei. Auch nach vorne war bei zwei Drittel des Rennens nicht viel Abstand, aber das änderte sich noch.

Denn vorne machte Rico sein Ding nun alleine, Felix kam mir und Tim, welcher an meinen Fersen saß, nun immer näher.

Rund 3km vor Ende des Spektakels schnupften Tim und ich auch Felix, der sich dann unserem Zug, der gerade auf der windigen Gegengerade eher einem Regionalzug als einem REX entsprach, anschloss.

In unserem nun neu gebildeten Grüppchen sorgte ich weiter für die „Pace“ – die Runden wurden aber subjektiv empfunden sukzessive im Zehntelbereich langsamer. Bei Steeple wäre das ja ob der sieben Runden kein Problem, auf’m Zehner summiert sich die ganze Geschichte dann leider doch.

Die nächsten beiden Kilometer liefen dann bis 800m vor dem Ziel unverändert. Dann ging Tim doch mal mit Erfolg vorbei (irgendwann am 6. KM wollte er vor, ob eines eher indisponierten Kollegen, den wir gerade in der Kurve überrundeten, gelang das leider nicht…).

Mit 600m „to go“ führte Tim vor Felix und mir – nach weiteren 100m ging ich dann auf der Zielgerade vor und wollte andrücken.

Na ja, daraus wurde im Endeffekt nur bedingt etwas 😀

Die Beine schwer, überholten mich meine Regensburger Freunde wieder und spurteten um den bayrischen Landestitel.

Ich versuchte echt so gut es ging zu folgen, aber war einfach schon sehr „angepeckt“. Auch die Zielgerade war für Außenstehende wohl nicht gerade schön auszusehen 😀

Letzten Endes reichte die geringe Tempoverschärfung am letzten Kilometer aber, dass wir drei alle unter 31:00min blieben.

Nach 25 windigen Runden und schweren Haxen freute ich mich dann über mein Minimalziel Bestleistung – bei 30:57,05min steht nun der neue Haus- und Vereinsrekord!

Immerhin im ersten Freiluftrennen die erste Bestleistung und gerade mit der „Vorbelastung“ von letzter Woche sicher ein guter Auftritt!

Auch der Vergleich zum Vorjahr stimmt positiv – dort lief ich meine 10er Bestleistung Anfang Mai nach immerhin vier Wochen Höhentraining und bei deutlich besseren Bedingungen.

Oder wie es Teamleiter Martin Steinbauer treffend formulierte: „Zeit ist ja nicht gleich Leistung!“

Jetzt gönne ich mir jedenfalls ein paar Tage mit nur ruhigen Dauerläufen, ehe es dann am Mittwoch ohnehin bereits für zwei Wochen an die Adria auf Trainingslager geht – mit der Traumkombination aus meiner Gruppe plus die Regensburger-Gang 😉

 

Über Christoph Sander

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Es ist nun wieder da - dieses ganz eigene Kribbeln, das in einem empor zu steigen scheint, wenn der Inhalt der geschriebenen Zeilen des Trainingsplans langsam im Hirn ankommt und dir der Gedanke einschießt: "Ui, wie soll dass denn gehen"

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