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Auf den Spuren von Mike + The Mechanics

Wie jedes Jahr wollte ich die Zeit rund um Ostern für ein Trainingslager nutzen. Längere Überlegungen ergaben, dass ich wohl das letzte Mal mit 11 oder 12 Jahren die komplette Osterwoche von Palmsonntag bis Ostersonntag daheim in Wien weilte – also schon ein Weilchen her das Ganze…

Nachdem Jenni und ich bekanntlich 2013 und 2014 mit den USA und Kenia ausgefallene Destinationen für unser (Höhen-)training erwählten, ging es dieses Jahr zum zweiten Mal hintereinander nach Italien.

Die Gründe dazu waren mannigfaltig, die Vorzeichen bei uns beiden nicht optimal. Bei mir ergab ein MRT kurz vor der Abreise am Dienstag nach der Studenten-Cross-WM, dass meine Entzündung an der Patella-Spitze sogar größer statt kleiner geworden ist…eine Hiobsbotschaft per Definition war es dann aber doch nicht, da ich a) sowieso spüre, dass es eher schlechter als besser wird, und ich b) weiterhin von keiner Seite (Ärzte, Physiotherapeuten) gesagt bekomme, dass absolute Ruhigstellung (= Laufpause) wirklich etwas nützt…

Somit ging es am 17. März gemeinsam mit Steindi und Physio Gisi nach Viareggio in der Toskana – dem Lieblingstrainingsort von Andrea Mayr, die auch heuer wieder dort weilte. Dem nächtlichen Stopp in Kärnten folgte ein weiterer am Flughafen von Bologna, wo wir meine Jenni einsammelten und gemeinsam in den bekannten Badeort fuhren.

Eine Woche lang galt es nun, an der Grundlage zu feilen. Gemeinsam mit Steindi und Bald-Marathoni Valentin Pfeil wollte ich qualitativ hochwertige Trainings abliefern. Die erste Gelegenheit bot sich gleich am ersten Tag, als ich im Zuge von Valentins Wien-Marathon-Vorbereitung einen für mich guten 12km Tempolauf in 3:10min/km absolvierte.

Es folgten viele Laufkilometer und viel Kräftigung – unterbrochen von 2x15x200m mit Steindi am Montag-Vormittag. Das gemeinsame Training am Mittwoch lief ich mit mega dicken Waden und super schweren Beinen im Allgemeinen. Statt 9:00-5:50-2-4×2:50min für 3.000/2.000/1.000m zeigte meine Uhr 9:08/5:55/2:53 an – wobei ich nach einem 1.000er die Segel strich und nur noch einigen 500er nachlegte.

Im Großen und Ganzen lief es aber sehr gut, Dauerläufe rollten in der Gruppe aber auch alleine sehr gut und auch die Kräftigungsaufgaben konnte ich gut realisieren.

Abseits des Trainings gab es einige Kilometer Flanieren entlang der malerischen Promenade, viele Espressi und Dolce sowie auch drei kleine Ausflüge nach Pisa, Lucca und zum Lago de Torre. Gerade der Trip nach Lucca war ein Traum – gekrönt von einem Dauerlauf mit Jenni entlang der ca. 4,2km langen Stadtmauer. Hauptallee „auf rund“ quasi…

Zum Abschluss der Zeit in Viareggio absolvierte ich am Samstag erneut einen Teil von Valentins Programm. Dieses Mal liefen Steindi und ich 8km in Vali’s Marathon-Pace von 3:10min/km mit. Im Anschluss daran gab es noch 10x400m in 67″ und 5x schneller in Nagelschuhen. Wobei die Spikes ob der Härte der Bahn eher kontraproduktiv waren…

Direkt im Anschluss ging es ab zur Statione und meine Reise gemäß dem Songtext von Mike + The Maschine begann: „from the Westcoast tot he Eastcoast“. Mit drei Mal Umsteigen via Prato, Bologna und Ravenna kam ich am Ostersamstag in Cervia an.

Ach Cervia, da war doch was? Richtig: wir waren letztes Jahr bereits zwei Wochen an der Adria auf Trainingslager.

Da ich mir schon relativ früh zwei arbeitsfreie Wochen rund um Ostern „organisiert“ habe, Jenni aber nur eine Woche auf Trainingslager gehen wollte, schloss ich mich relativ spontan nun hier einer großen Truppe aus Karlsruhe und Mannheim an. Bis nächsten Freitag will ich noch gut trainieren – auch wenn ich wohl viel alleine machen werde. Aber alleine die Tatsache, mich mehr oder minder voll auf das Training konzentrieren zu können, hat mich letzte Woche mit Ausnahme des Mittwoch-Programms sehr gut trainieren lassen. Und somit, wollte ich mir die Möglichkeit nicht entgehen lassen, eine weitere Woche auf „Profi“ machen zu können.

Mal sehen, wie gut es nun die Tage an der „anderen“ Küste laufen wird. Zwei Mal Tempoläufe und vor allem die ersten Hürdenprogramme stehen auf dem Menüplan für die Woche. Klingt nach Genuss – hoffentlich wird es auch einer…

In diesem Sinne: euch allen noch frohe Osterfeiertage und bis bald!

Über Christoph Sander

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track is back

Es ist nun wieder da - dieses ganz eigene Kribbeln, das in einem empor zu steigen scheint, wenn der Inhalt der geschriebenen Zeilen des Trainingsplans langsam im Hirn ankommt und dir der Gedanke einschießt: "Ui, wie soll dass denn gehen"

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