mein Dream-Team (© Grünsteidl)
mein Dream-Team (© Grünsteidl)

ÖM Crosslauf 2015

Es war schon ziemlich überraschend für viele der mehr als 400 LäuferInnen gestern, wie anspruchsvoll sich das Geläuf in Salzburg/Rif bei der „Cross-Attack“ präsentierte! Auf den ersten Blick harmlos, flach und anspruchslos, entpuppte sich die Strecke dann doch als abwechslungsreich und kräftezehrend – also genau, wie ein Cross-Geläuf sein soll! Und am Ende des Tages entpuppte sich die Strecke auch glücklicherweise als eine, an die ich mich noch gerne erinnern werde! 🙂

Mit ambitionierten Zielen bin ich bereits am Freitag mit Jenni und Steve nach Salzburg gereist, um am Nachmittag sowie Samstag Vormittag beim „Frontrunner Opening“ von Asics einen Sponsortermin wahrzunehmen.

Gegen Samstagmittag verließen wir drei Bergheim im Norden Salzburgs und machten uns auf in den Süden der Mozartstadt zum Universitätssportzentrum in Rif.

Um 15:20 Uhr stand ich gemeinsam mit Steve und Roland am Start über die Kurzstrecke der Herren. Gegen Christian Steinhammer wird kein Kraut gewachsen sein, dachte ich bereits vor dem Start – der Rest des Feldes wird also maximal um Rang zwei fighten…

Genau so entwickelte sich auch das Rennen: Christian vorne weg und sehr souverän! Dahinter machten auf der ersten, kleineren Runde Berglauf-Talent Hansi Innerhofer und ein mir (und allen anderen wohl auch) unbekannter Triathlet die Pace. Auf Rang vier liegend ging es nach der ersten Waldpassage zu den Baumstämmen, die dann dem überpacenden Triathleten zum Verhängnis wurden…

Zu Beginn der ersten der nun noch folgenden zwei größeren Runden hatte ich Position zwei inne, ehe mein guter Freund Steve an mir vorbeiging! Ich versuchte, so gut es ging Anschluss zu halten – aber in den „beastmode“ kam ich irgendwie (noch) nicht.

Eingangs der letzten Runde trennten mich schon gut 10m von Stephan – den Abstand nach hinten konnte ich nicht wirklich abschätzen…

Mit rund 800m „to go“ fand ich nach Monaten endlich wieder mein Kämpferherz! Ich ging „all in“, stieg richtig rein und war vor der kurvigen Passage der Strecke auf einmal an Stephan dran, und keine Sekunde später vorbei!

Jetzt galt es, weiter auf’s Tempo zu drücken – was zum Glück auch gelang! Ich fightete mich durch den Wald und ging endlich mal wieder im Wettkampf so richtig blau!

Über den vorletzten Baumstamm wäre ich dann ob einer Berührung fast geflogen – was als Steeple-Läufer ob der geringen Höhe des Stammes ganz schön peinlich gewesen wäre 😉

Am Ende konnte ich aber trotz schwerer Beine gut durchziehen und freute mich rund 15sec hinter Christian über die Silbermedaille! Nach bislang lediglich zwei Mal Bronze 2012 und 2013 meine beste Einzelplatzierung bei Crosslaufmeisterschaften überhaupt – und als erster Athlet unseres Vereins Vize-Staatsmeister im Gelände!

Geil! Einfach geil, endlich wieder – vermutlich zum ersten Mal seit Ende Mai 2014 in Oordegem bei meiner Steeple-Bestleistung – den physischen Schmerz komplett übergehen zu können!

Das Kämpferherz in die Hand genommen zu haben und aus einer fast aussichtslosen Situation noch das Maximum herausgeholt zu haben, ist fast noch schöner, als der Glanz meiner Silbernen!

Steve wurde schließlich dritter hinter mir und gemeinsam mit Buddy Roland (8. Rang) verteidigten wir souverän unseren Mannschaftstitel und feierten den dritten Team-Sieg in Folge! Danke Jungs!

 

Nur rund 70min später sollte dann der Auftritt auf der Langstrecke folgen – was konkret noch mal acht große Runden bzw. fast 10km Cross bedeutete!

Die Zeit zwischen den Läufen war mit ORF-Interview, Siegerehrung und Umziehen recht knapp und nicht super erholsam – daher sollte es auch defensiv los gehen…

Vorne stürmte mal Valentin weg und siegte letzten Endes souverän! Aus der Teamtaktik mit Steve wurde nach wenigen Metern bereits nichts, da er sich offenbar super fühlte – und ich mich müde 😀

Während Stephan sich in der Folge ein hartes Duell um Rang zwei lieferte (welches er leider am Ende verlor), folgte ich um siebten bis achten Rang…

Gegen Mitte des Rennens ging es dann immer besser und ich verbesserte mich auf Rang fünf – Thomas Rossmann vom rivalisierenden Team Kolland rund 10-15m vor mir.

So sehr ich es vor allem für den anstrebten Staatsmeistertitel im Team mit Roland und Steve auch wollte, ich kam einfach nicht näher an Thomas heran.

Oft ging Thomas‘ Blick auf den letzten Runden nach hinten zu mir – eigentlich ja ein gutes Zeichen! Leider ging meiner aber auch einige Male zurück und nach vorne ging gar nichts mehr.

Die letzte Runde kämpfte ich dann schon ziemlich mit Magenproblemen und war ehrlich gesagt dann froh, als nach knapp 32 Minuten mein letzter der in Summe circa 14 gelaufenen Cross-Kilometer zu Ende war!

Aufgrund meines fünften Rangs und Roland seinem 10. Platz gab es dann in der Teamwertung Punktegleichstand mit Kolland!

Mit Stephan auf drei hatten wir den besten Läufer beider Teams – leider zählt bei Gleichstand jedoch die Platzierung des dritten Läufers, und da hatten wir leider knapp das Nachsehen…

Sehr bitter und irgendwie an einem Tag, der mit den beiden Medaillen auf der Kurzstrecke genau wie erwünscht begonnen hatte, schwer zu verdauen! Vor allem, weil ich vermutlich mit halb so viel Willen wie fünfviertel Stunden früher Thomas noch abfangen hätte können und wir obsiegt hätten…

Aber gut, kann man nichts machen! Es kommen weitere Jahre und da werden auch am 13. und 14. Cross-Kilometer die Haxen noch frisch genug sein, ob heroische Schlussattacken zu reiten! 😀

Mit 1x Gold, 2x Silber und einem 5. Platz bleibt unter dem Strich am Ende wohl ohnehin das Maximum für die momentane Verfassung über und es bleibt mir nichts mehr zu tun, als meinen beiden Freunden herzlich für das gemeinsame Fighten heute – aber auch in den Trainings über das ganze Jahr hinweg – zu danken!

Meine Herren, es hat Spaß gemacht, die „kranke“ Idee des Doppelstarts gemeinsam in die Tat umzusetzen und sich mal wirklich kaputt zu laufen! Und nächstes Jahr, holen wir uns dann die Herren von Kolland auch noch!

 

Nach zwei ruhigeren Tagen geht es nun ein wenig Schlag auf Schlag: denn nächsten Samstag attackiere ich in Regensburg bei den BLV-Meisterschaften meine pB über 10.000m auf der Bahn, ehe es dann in gut 10 Tagen für zwei Wochen auf Trainingslager nach Cervia/ITA geht. Somit bleibt ohnehin kaum Zeit, sich ob des knapp verpassten zweiten Team-Titels zu ärgern!

Da freue ich mich lieber, dass unsere Damen um einen Punkt überraschend Gold gewonnen haben und meine „U14-Entdeckung“ Sebastian Frey sich bei seinem ÖM-Debüt gleich Gold geholt hat! Ein Wahnsinn, was unsere Truppe da momentan leistet!

Congrats an die gesamte CKi-Gang! 🙂

 

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Es ist nun wieder da - dieses ganz eigene Kribbeln, das in einem empor zu steigen scheint, wenn der Inhalt der geschriebenen Zeilen des Trainingsplans langsam im Hirn ankommt und dir der Gedanke einschießt: "Ui, wie soll dass denn gehen"

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