Iten - Home of Champions
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First Week in Kenya

Nachdem das mit dem Höhentrainingslager in der Vorbereitung im März und April im letzten Jahr mit Flagstaff so gut funktioniert hat, wollten Jenni und ich dieses Jahr wieder einen vier Wochen langen Block in der Höhe absolvieren. Die Wahl fiel dieses Mal auf Iten, Kenia. Einerseits, weil der deutsche Kader, mit dem wir letztes Jahr in den Staaten waren, schon früher nach Arizona reiste, als wir es aufgrund der ÖM Cross gekonnt hätten, andererseits, weil wir auch etwas gänzlich Neues erleben wollten.

Und um Neues zu erleben, Eindrücke zu sammeln und vor allem viel Kraft und Motivation auf dem Trainingslager zu sammeln, scheint Iten nach nur wenigen Tagen der beste Trainingsort auf der Welt zu sein und die Wahl absolut richtig gewesen zu sein!

Am Anfang des Trainingslagers stand die eher erschwerliche, 22stündige Anreise mit Flügen Wien-Dubai, Dubai-Nairobi und Nairobi-Eldoret sowie einer anschließenden Fahrt im s.g. „Matatu“ (Großraumtaxi) vom ‚international Airport‘ in Eldoret nach Iten. Die ersten Eindrücke während der Autofahrt durch das kenianische Hochland würden reichen, ein ganzes Buch voller (absurder) Geschichten zu schreiben.

Nach einer zum Glück langen Nacht erblickten wir Mittwoch dann erstmals das unterhalb unseres Hotels, dem Kerio View, gelegene Rift Valley: ein wahnsinns Ausblick, den wir die nächsten fast vier Wochen täglich beim Blick aus dem Zimmer sowie beim Essen haben werden.

Bereits der erste Dauerlauf mit Jenni durch Iten zum Stadion und wieder zurück war fantastisch – allerdings naturgemäß auch eher langsam. 😉

Als „Mzungo“ (Europäer) wird man stets von ungläubigen Blicken verfolgt, dutzende Kinder laufen mit einem mit und ziehen einen dann bergauf auch schon mal gehörig ab. Und wenn die Kids mal nicht mitlaufen wollen, dann rufen sie vom Straßenrand oder gar dem eingezäunten Garten der Schule so laut sie können „how are you“ zu – und das Ganze so lange, bis der durch die Gegend mehr stapfende als laufende Mzungo antwortet! Weitere stetige Begleiter oder zumindest „Wegelagernde“ sind Kühe, Esel, Schafe, Ziegen und Hühner, die scheinbar völlig systemlos gehalten auf den Straßen und Wegen herumstreunen, uns Läufern aber brav Platz machen – meistens zumindest! 😉

Jeder Lauf und jedes Training hier ist somit ein Erlebnis für sich und auch wenn es bei den vielen Bergaufpassagen aufgrund des im Vergleich zu Wien doch „leicht“ veränderten Sauerstoffpartialdrucks schwer fällt, einmal links oder rechts zu blicken, lohnt sich einfach jeder noch so rasche Blick weg von den unebenen Wegen in die Umgebung der Laufstrecken.

Nach mittlerweile fünf echten Trainingstagen fällt das Laufen auch schon geringfügig leichter und man kann sich auch schon ein wenig schneller durch das Hochland bewegen als noch zu Beginn. Seit Donnerstag sind auch Andi Vojta, Lisa Leutner sowie Coach Willy Lilge hier und somit ist „Team Österreich“ mit in Summe fünf Personen vor Ort, wobei wir als „k. & k.-Team“ auch noch einen ungarischen Mittelstreckenläufer aufgenommen haben.

Generell verlief die erste Trainingswoche ganz zufriedenstellend, wenn gleich die Kilometerzeiten beispielsweise beim gestrigen mittleren Dauerlauf den Vergleich zu Trainings auf der Hauptallee nicht antreten können! 🙂

Hier jedenfalls mal das Training der ersten Woche für alle Nerds und sonstigen Interessierten:

Mo: Dl leicht in Wien 60min

Di: Anreise Kenia

Mi vm: Dl reg mit Jenni 50min – Nm: Dl leicht 72min

Do vm: Dl leicht alleine 60min – Nm: Dl leicht 40min + Kraft & KOOs

Fr vm: Dl leicht mit Andi 60min – Nm: Dl reg 40min + Kraft & Bergansprints

Sa vm: Dl leicht lang mit Andi 87min – Nm: EL, LS, Rasendiagonalen, AL

So vm: EL, 20min Dl mittel1, 15min Dl mittel2, AL – Nm: 30min Ergo + Kraft

In Summe kamen mehr als 130km heraus – bei wesentlich längerer Trainingszeit als in Wien versteht sich! 😉

Heute geht‘ jetzt gleich mal weiter mit Schnelligkeitsausdauer und einem längeren Lauf – morgen gibt’s dann die ersten Intervalle im berühmten Kamariny-Stadion von Iten, der wohl berühmtesten Aschenbahn der Welt!

Fotos vom Trainingslager findet Ihr in erster Linie auf meiner Facebook-Seite, aber auch hier – jene von Willy – bzw. hier alle Bilder von Lisa!

Ich wünsch Euch allen einen guten Wochenstart und möget Ihr alle so motiviert sein, wie ich es hier im home of champions gerade bin und noch länger sein werde! 🙂

Über Christoph Sander

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Trackisback

track is back

Es ist nun wieder da - dieses ganz eigene Kribbeln, das in einem empor zu steigen scheint, wenn der Inhalt der geschriebenen Zeilen des Trainingsplans langsam im Hirn ankommt und dir der Gedanke einschießt: "Ui, wie soll dass denn gehen"

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