schweres Geläuf in Pforzheim (© Rössler)
schweres Geläuf in Pforzheim (© Rössler)

Sparkassencross Pforzheim

Mit vielen Erwartungen aber ohne echtes Ziel reiste ich also mit den Sportsfreunden Christian und Valentin am Freitag mittels Bundesbahn nach Baden-Württemberg, um erstmals beim Cross in Pforzheim an den Start zu gehen. Beim Auslaufen nach der eher langen Zugfahrt waren die Beine und im Speziellen meine Waden noch etwas hart, dennoch war ich voller Zuversicht und war vor allem ob der Strecke auf den morgigen Tag gespannt.

Beim Auftakt am Race-day waren die Beinchen schon viel besser und so ging es dann etwas abenteuerlich mit den Kollegen von der Telis Finanz Regensburg zum „Lohenhof“, auf deren Wiese der Cross stattfand. Die Besichtigung zeigte dann, dass den Sparkassen-Cross alles andere als einfach werden würde. Auf einer abschüssigen Wiese gab es mehrere Kriterien zu meistern! Zum einen den „Bunker“, ein circa 15m langer Abschnitt mit tiefem Sand. Dann viele extrem tiefe und matschige Abschnitte, zudem noch enge Kurven und vor allem einen total kurzen, aber auch krass steilen Hügel direkt nach Bunker und Matsch. Zudem war die rund 200-250m lange Zielgerade leicht ansteigend und voll gegen den Wind. Generell waren alle Bergaufabschnitte gegen den Wind zu laufen … kurz und knapp: „echter Crosslauf also!“

Neben dem anspruchsvollem Kurs war auch im Teilnehmerfeld wirklich viel Klasse drinnen! Drei Kenianer (der beste mit einer 10km-pB von 28:40′ ausgestattet!), Christian, Valentin und nahezu die gesamte Deutsche U23-Elite die um die Cross-EM-Tickets fightet sowie weitere Klasseleute, die beispielsweise mit Steeple-pBs von 8:40′ oder sogar darunter aufwarten können.

Den Start im größten Teilnehmerfeld des Tages habe ich aus der zweiten Reihe heraus einmal ziemlich verschlafen und fand mich eher im zweiten Drittel des Feldes wieder. Um die Position kämpfend verging die erste von sieben Runden à 1200m recht schnell, wenn gleich man sofort Wind und Boden zu spüren bekam. Eingangs der zweiten Runde waren dann die Gruppen gebildet. Die Spitzengruppe umfasste rund 15-20 Mann, ich war mitten in der zweiten, circa zehnköpfigen Gruppe. Leider wurde bei uns nicht wirklich versucht näher ran zu kommen. Mitte der dritten Runde war meine Gruppe komplett aufgelöst und ich vor all meinen Mitstreitern dieser Gruppe. Nun begann der Kampf inklusive Krampf gegen das immer tiefer werdende Geläuf, den Wind und die schweren Beine. In der Mitte des Rennens blieb der Abstand zur Spitzengruppe (den führenden Kenianer ausgenommen) nahezu ident. Dennoch konnte ich kaum forcieren und nach jedem forscheren Bergabstück stand ich gegen den Wind bergauf ziemlich und kam somit nie wirklich näher ran. Auch konnte ich keine weiteren Läufer, die nach und nach dem höher werdenden Tempo ganz vorne Tribut zollen mussten, mehr einkassieren. In Summe kämpfte ich mehr oder minder ab Ende der dritten Runde völlig alleine, ohne noch eine einzige Position verbessern zu können. Gleichzeitig konnte ich mich aber zumindest gegen die hinter mir laufenden Kollegen – u.a. Trainingslager-Kollege Martin Grau (Steeple-pB 8:42′) – erfolgreich wehren. Am Ende finishte ich als zehnter mit 1:20min Rückstand auf Christian und weiteren sieben Sekunden auf Valentin.

Je länger das Rennen nun zurück liegt, desto mehr habe ich natürlich für mich analysiert und versucht, die wichtigsten Erkenntnisse für mich zusammenzufassen. Der Rückstand auf meine zwei Sportsfreunde ist im Grunde genommen okay, was mir Teamleiter Lauf Wilhelm Lilge auch aus Kenia in einer Mini-Analyse bestätigte. Denn immerhin stehen sie schon wesentlich länger wieder im Training, sind mit anderem Zustand in den neuen Trainingsprozess eingestiegen und haben auch teils deutlich bessere Bestzeiten in ihrer Palmarès aufzuweisen! Schade ist natürlich, dass ich auf dem sehr anspruchsvollen Kurs anfangs sehr schwer in Schwung kam und somit auf den Zug der Spitzengruppe nicht aufspringen konnte. Dann wäre wohl vor allem platzierungstechnisch viel mehr möglich gewesen, aber von hätti-wari-täti hat man ja nie etwas!

Mit Ausblick auf das echte EM-Quali-Rennen in Darmstadt in zwei Wochen und die mögliche EM-Teilnahme in weiteren 14 Tagen war es auf jeden Fall ein guter Härtetest und das siebenmalige Überwinden von Bunker, Gatschkurven plus Hügel und anschließende „Wind-Gerade“ hat dem inneren Schweinehund definitiv gut getan. Und darüber dient mir die Cross-Saison ohnehin dazu, meine Kraft-Ausdauer für die Aufgaben des nächsten Sommers spezifisch weiterzuentwickeln – und da zählt jedes Rennen, gleich des Ausgangs!

Weiters machten neben dem Wiedertreffen von Trainingslager-Kollegen und den Vorzügen wie auch Aufregungen eines Auslandsstarts die Heimreise den Wettkampftrip zu etwas so noch nicht wirklich Dagewesenem – dazu aber die Tage mehr in der „Gegengeraden“ …

Ebenfalls mehr findet Ihr dann ab morgen auch in der Galerie, wenn ich einige weitere Bilder vom Rennen hochgeladen habe! Bis dahin, macht es gut und trainiert brav weiter so wie ich, der heute gleich nach der Ankunft in Wien einen Longrun über die Halbmarathondistanz zur dennoch nötigen Frustbewältigung absolviert hat! 🙂

 

PS: Hier gibt’s auch noch ein paar Links zu weiteren Berichten und Videos der Veranstaltung.

ÖLV-Bericht
Fartlek.tv
leichtathletik.tv

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Es ist nun wieder da - dieses ganz eigene Kribbeln, das in einem empor zu steigen scheint, wenn der Inhalt der geschriebenen Zeilen des Trainingsplans langsam im Hirn ankommt und dir der Gedanke einschießt: "Ui, wie soll dass denn gehen"

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